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 Vereinshaus
90 Jahre Katholisches Vereinshaus Unterbach
VereinshausMit der Erhebung der seit dem 12.11.1870 bestehenden Rektoratspfarre zur selbständigen Pfarre St. Mariä Himmelfahrt am 07. 09. 1897 wurden neben der St. Hubertus Bruderschaft und dem kath. Volksverein weitere kirchliche Vereine gegründet: Mütterverein, Kirchenchor und Männerverein (ab 1905 kath. Arbeiterverein) Jünglings- und Jungfrauenkongregation. Schon bald wurde der Ruf nach einer zentralen Begegnungsstätte für diese Vereine laut. Die schlechte finanzielle Lage der Pfarrgemeinde ließ aber vorerst den Bau eines eigenen kath. Vereinshauses nicht zu. Erst als Philipp Beyhoff am 16. 02. 1906 Pfarrer in Unterbach wurde, wurde durch Theodor Spinnrock, dem Vorsitzenden des Kath. Arbeitervereins, die Idee einer eigenen zentralen Tagungsstätte wieder aufgegriffen. Philipp Beyhoff, ein ideenreicher und tatkräftiger Pfarrer, dem die Unterbacher unter anderem elektrische Beleuchtung und eine Busverbindung Hilden-Gerresheim verdanken, prüfte die gegebenen Möglichkeiten zum Bau eines Kath. Vereinshauses mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat in Köln und — mangels eigener finanzieller Mittel der Pfarre — wurden 20 Unterbacher Bürger angeschrieben, um zur Finanzierung des Vereinshauses eine Gesellschaft entweder als GmbH oder als eingetragener Verein zu gründen. Die erste Versammlung fand am 13. März 1908 statt; von 18 Erschienenen erklärten sich 15 bereit, Anteilscheine a RM 200,-RM zu zeichnen: Insgesamt wurden 40 Anteilscheine a RM 200,-RM gezeichnet und die Statuten als eingetragener Verein beschlossen. Das benötigte Eigenkapital war somit vorhanden. Das Grundstück gegenüber der alten Pfarrkirche — 1/2 Morgen — wurde in Abstimmung mit Köln von der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt für RM 900,— gekauft; dieses Grundstück war ursprünglich ein Teil der Stiftung der Gebrüder Wittenbruch an die Kath. Pfarrgemeinde Unterbach. Für die Planung des Kath. Vereinshauses wurde der damals in Düsseldorf bekannte Prof. Kleesattel gewonnen. Nach einer Bauzeit von ca. 4 1/2 Monaten wurde das Vereinshaus von einheimischen Handwerkern mit Gesamtkosten in Höhe von RM 30.000, für Bau und Einrichtung errichtet und am 15. Nov. 1908 eingeweiht. Nach der kirchlichen Feier und nachfolgender Einsegnung fand ab 19.00 Uhr der Festakt unter Teilnahme der kath. Vereine mit ihren Fahnen statt. Die Satzung der Gesellschaft Kath. Vereinshaus Unterbach e.V. unterschied die Mitglieder in Aktive oder Gesellschafter, d.h. die Anteile gezeichnet hatten; Passive oder Förderer (Mitglieder von kath. Vereinen) und Ehrenmitglieder (Einzelpersonen, die den Verein unterstützen wollten). Später wurde die Einzelmitgliedschaft der Mitglieder der kath. Vereine in eine Mitgliedschaft der kath. Vereine, die für ihre Mitglieder eine Jahrespauschale zahlten, umgewandelt. Mit dieser passiven Mitgliedschaft waren die kath. Vereine vom Verzehrzwang befreit, was insbesondere der Jugend entgegenkam. Das Kath.Vereinshaus war nun zentraler Mittelpunkt des kath. Lebens in Unterbach, und im Vereinshaus fanden Koch- und Nähkurse für schulentlassene Mädchen statt; dort waren eine Mütterberatungsstelle, eine Zweigstelle des Caritasverbandes und eine sog. Kleinkinderverwahrschule.
Betriebsüberschüsse des Kath. Vereinshauses, zu dem auch 4 Mietwohnungen zählten, waren laut Satzung vom 10.Apr.1908 für kirchliche/soziale Zwecke zu verwenden. Die Wirtschaftskonzession (Schankerlaubnis) wurde dem stellvertretender Vorsitzenden der Gesellschaft Vereinshaus, Herrn Joh. Wienert, übertragen, und Herr Hubert Krüger — Küster, Organist und Dirigent des Kirchenchores —wurde zur Absicherung seiner finanziellen Lage mit Vertrag von 1. 10. 1909 als "Ökonom" angestellt. Obwohl ursprünglich nur an Mitglieder des Vereins Speisen und Getränke abgegeben werden durften, wurden diese Auflagen später aufgehoben, damit alle Gäste, insbesondere wegen der Kegelbahn und des Billiards, die Gaststätte Kath. Vereinshaus besuchen konnten. Unterbacher und auswärtige Gäste nahmen gern die Möglichkeiten des Vereinshauses für ihre Veranstaltungen in den 20er und 30er Jahren an. Ab 11.Nov.1931 wurde vom Landkreis Düsseldorf-Mettmann Herrn Hubert Krüger eine stellvertretende Schankerlaubnis eingeräumt, die später vorn jeweiligen Pächter beantragt werden konnte. Zeitweise war in dem heutigen kleinen Gesellschaftszimmer die Unterbacher Post untergebracht und im großen Gesellschaftszimmer wurden noch Ende der 50er Jahre die Renten ausgezahlt. 1934 erfolgte die Aufstockung des Gebäudes um 2 Wohnungen und die Errichtung eines Toilettenstraktes. Vereinshaus Damit erhielt das Vereinshaus das äußere Aussehen, wie wir es heute kennen. 1966 wurde der Hauseingang verlegt und die Gaststätte um den Flurbereich erweitert. Dazu wurde die Toilettenanlage und der Bierkeller auf den neuesten Stand gebracht und die Wohnungen renoviert. In den Jahren 1989 bis 1997 wurden umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen und ein Biergarten angelegt. Gaststätte, Küche, Bierkeller, Kühlzellen, Gesellschaftszimmer und Toilettentrakt, aber auch die Wohnungen entsprechen heutigem modernen Standard. Es war unser Bestreben, das Vereinshaus attraktiv für alle Gäste zu machen, selbst behindertengerechte Toiletten sind nun mehr vorhanden. Von den ursprünglich 15 Anteilseignern mit 40 Anteilscheinen sind aus einer Reihe von Gründen 12 Anteilseigner mit 18 Anteilscheinen, d. h. Gesellschafter, verblieben. Es ist Aufgabe und Ziel dieser 12 Anteilseigner, die nur Anspruch auf Verzinsung der 1908 gezeichneten Anteile haben, das Kath. Vereinshaus Unterbach als Zentrum der kirchlichen Vereine zu erhalten und zu einer Tagungsstätte für alle Vereine und zu einer Begegnungsstätte für die Unterbacher Bevölkerung ständig weiter zu entwickeln. Die vorhandenen Räumlichkeiten eignen sich für Veranstaltungen aller Art bis 120 Personen. Am Freitag, dem 20.Nov.1998 feierte die Gesellschaft Kath. Vereinshaus mit geladenen Gästen das 90-jährige Bestehen des Vereinshauses.

Quelle: Heimatforschung: Unterbach / Eine Schriftreihe des Stadtarchivs Erkrath

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