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Quelle:     Rheinische Post - Erkrath - 07.02.2007
 
Der Historiker Peter Dietz und die Stadtarchivarin Erika Stubenhöfer hielten während der Entstehung der Dokumentation ständig Kontakt. Das nun vorliegende Buch wird besonders den Schulen empfohlen.
RP-Foto: Dietrich Janicki
 

Entsetzliche Nazi-Jahre.

Erkrath stellte gestern die Dokumentation des Historikers Peter Dietz über die Zeit von 1933 bis 1945 als Buch vor. Vom Fall Kurt Hilmer über Denunziationen bis zum Einsatz ausländischer Arbeitskräfte im Zweiten Weltkrieg.

VON MONIKA SPANIER
 
ERKRATH Zwischen 1933 und 1945 war Erkrath eine deutsche Gemeinde wie jede andere auch – kein Sonderfall. Das haben die Recherchen des Historikers Peter Dietz ergeben. Im kleinen Rathaussaal präsentierte er gestern seine im Auftrag der Stadt erstellte Dokumenation „Erkrath in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Die Arbeit liegt jetzt als Buch in einer Auflage von 600 Exemplaren vor. Offiziell übergeben wurde das Forschungsergebnis der Stadt im Sommer 2005. Bei der Aufarbeitung der zwölf schlimmsten Jahren der Nazi-Herrschaft in Erkrath stützte sich der Autor überwiegend auf Dokumente aus Archiven und weniger auf die Aussagen von Zeitzeugen.
Nur Minderheit widerstand
„Das vorliegende Buch führt uns die Entsetzlichkeiten, aber auch den banalen Alltag in der NS-Zeit vor Augen“, heißt es im Vorwort von Bürgermeister Arno Werner. Er beschreibt das Buch als einen Beitrag, den Opfern des Regimes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: Juden, Mitgliedern von demokratischen Parteien und Organisationen, Christen und aus ihrer Heimat verschleppten Fremdarbeitern. Das Buch mache deutlich, dass nur eine Minderheit den Mut hatte, dem Regime zu widerstehen. Andererseits skizziert er Fronleichnamsprozessionen in Erkrath als „beeindruckende Demonstrationen gegen die braunen Machthaber“.
Der rote Einband mit grauem Foto-Titelbild des in der Reihe „Erkrather Monografien zur Stadtgeschichte“ erschienenen Buches erinnert an die offiziellen Farben der Nazi-Machthaber. Die Zeit zwischen 1933 und 1945 lebt in einzelnen Kapiteln auf. Vorgestellt wird Erkrath in den Jahren der politischen Radikalisierung. Ein Kapitel widmet sich dem Fall Kurt Hilmer und den Ermordeten Emil Schmidt und Otto Lukat, an die seit ein paar Tagen „Stolpersteine“ erinnern. Die Themen reichen vom Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik bis zur Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieges, als es um die Demokratisierung Deutschlands ging. Kapitel wie Machtergreifung, die Kampagne gegen Bürgermeister Dr. Hallauer, Eroberung der Verwaltung, Zerschlagung der kommunistischen Arbeiterbewegung, Denunziation und Terror, Rassenwahn, Ausländereinsatz und Luftangriffe berühren Aspekte der NS-Diktatur auf kleinem Raum. Peter Dietz (40) hat 2001 mit dem Quellenstudium begonnen. Er nutzte das Stadtarchiv Erkrath, forschte im Bundesarchiv Berlin, im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, in Gestapopersonen- und Entnazifizierungsakten, bei den Staatsanwalten Elberfeld und Düsseldorf. Namen sind nur von Personen der Zeitgeschichte veröffentlicht. Die Stadtarchivarin Erika Stubenhöfer hat einen Teil mit Fotos und Abbildungen zugefügt und diesen auch mit Kommentaren versehen.

Buch 13 Euro; ab sofort im Stadtarchiv Kaiserhof (Sockelgeschoss, Bahnstr. 2) und in den Buchhandlungen erhältlich

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