„Das vorliegende Buch führt uns die Entsetzlichkeiten, aber auch den banalen Alltag in der NS-Zeit vor Augen“, heißt es im Vorwort von Bürgermeister Arno Werner. Er beschreibt das Buch als einen Beitrag, den Opfern des Regimes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: Juden, Mitgliedern von demokratischen Parteien und Organisationen, Christen und aus ihrer Heimat verschleppten Fremdarbeitern. Das Buch mache deutlich, dass nur eine Minderheit den Mut hatte, dem Regime zu widerstehen. Andererseits skizziert er Fronleichnamsprozessionen in Erkrath als „beeindruckende Demonstrationen gegen die braunen Machthaber“.
Der rote Einband mit grauem Foto-Titelbild des in der Reihe „Erkrather Monografien zur Stadtgeschichte“ erschienenen Buches erinnert an die offiziellen Farben der Nazi-Machthaber. Die Zeit zwischen 1933 und 1945 lebt in einzelnen Kapiteln auf. Vorgestellt wird Erkrath in den Jahren der politischen Radikalisierung. Ein Kapitel widmet sich dem Fall Kurt Hilmer und den Ermordeten Emil Schmidt und Otto Lukat, an die seit ein paar Tagen „Stolpersteine“ erinnern. Die Themen reichen vom Aufstieg des Nationalsozialismus in der Weimarer Republik bis zur Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieges, als es um die Demokratisierung Deutschlands ging. Kapitel wie Machtergreifung, die Kampagne gegen Bürgermeister Dr. Hallauer, Eroberung der Verwaltung, Zerschlagung der kommunistischen Arbeiterbewegung, Denunziation und Terror, Rassenwahn, Ausländereinsatz und Luftangriffe berühren Aspekte der NS-Diktatur auf kleinem Raum. Peter Dietz (40) hat 2001 mit dem Quellenstudium begonnen. Er nutzte das Stadtarchiv Erkrath, forschte im Bundesarchiv Berlin, im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, in Gestapopersonen- und Entnazifizierungsakten, bei den Staatsanwalten Elberfeld und Düsseldorf. Namen sind nur von Personen der Zeitgeschichte veröffentlicht. Die Stadtarchivarin Erika Stubenhöfer hat einen Teil mit Fotos und Abbildungen zugefügt und diesen auch mit Kommentaren versehen.
Buch 13 Euro; ab sofort im Stadtarchiv Kaiserhof (Sockelgeschoss, Bahnstr. 2) und in den Buchhandlungen erhältlich |