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Quelle:     WZ - Lokalteil Erkrath - 16.02.2007
 

Katzenschnütchen und Kussmäulchen

DOLL ECK In Unterfeldhaus präsentiert sich der Straßenkarneval von sein sympathischen Seite.

Von Hyacinta Hovestadt
 
Erkrath. Was ein richtiger Karnevalist ist, der kann das gesamte Liedgut auswendig mitsingen. Demnach sind die Unterfeldhauser Jecken, die gestern auf dem Neuenhausplatz feierten, erste Sahne. Worum es dabei geht, schmetterten sie gestern kurz nach 13 Uhr, unterstützt vom Duo Lattenschuss ins Rund des gelben Zelts: "Das kann uns keiner, das kann uns keiner nehmen - die Lust am Leben!" An der Bühne, an den Tischen und bis auf den Platz schunkelten und tanzten die Unterfeldbacher Karnevalsbegeisterten, wie Kinderprinzessin Lisa I. sie titulierte.
Ein buntes Durcheinander von Blumenhüten und Pailletten, Glitzercapes und breiten Krempen, buntem Haar und falschen Zöpfen. Und während andernorts die Kopftücher verboten werden, waren sie hier der i-Punkt manch verwegener Verkleidung. Da lachten nicht nur verführerisch geschminkte Augen oder breit geschminkte Clownsmünder. Da kräuselten sich auch die Katzenschnütchen und allerliebsten Kussmäulchen unter neckischen Mützen oder mit Haarklammern aufrecht fixierten Narrenschiffchen.
Männer zum Kinderhüten nach Hause geschickt
Aber auch unverkleidet blieb die Hauptsache die mitgebrachte Feierlaune. Sicher, als Unterbachs Prinzessin Britta I. ihrem Prinz Martin I. Zepter und Mikro abnahm und dann den Möhnen empfahl, ihre Männer nach Hause zum Kinderhüten zu schicken, antwortete ihr erwartungsgemäß heller Beifall und dunkles Murren.
Doch klar war's, wie der anhaltend vom blauen Himmel strahlende Sonnenschein: Die "Unterfeldbacher" Möhnen feiern ganz gern in männlicher Begleitung - "wo sonst kriegt man die Krawatten her?", meinte eine von ihnen. Die weitgehend ziviler dekorierten Herren hatten ihrerseits gar nichts dagegen, ließ es sich bei Bier, Bratwürsten und Backfisch doch gut leben. Auf den Erfolg des Altweiberfests am. Neuenhausplatz ist deren Eigentümerin, Luise Weber, stolz. "Das ist schon seit dem Beginn vor jetzt 30 Jahren so, und es gibt hier ein tolles Team von Helfern".
Närrische Familie am Doll Eck: Daniela, Heike, Pit, Luk (im Kinderwagen) und Oma Hannelore.
Foto: Dirk Thomé
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