Wie ist denn der Streit um den Containerbahnhof ausgegangen?
Jenkner: Bekanntlich wanderte der Umschlagplatz in den Hafen. Ein Grund dafür war das vernichtende Umweltgutachten. Am bedrohlichsten war die Feststellung, dass im Falle eines Unfalls die giftigen Gase auf den nahegelegenen Badestrand und den See treiben würden. Ungeachtet dieser Argumente plante die Bahn zwar noch einige Jahre weiter, 1994 kam aber im Rat das endgültige Aus.
Damit hat sich ja eigentlich der Zweck ihres Vereins erfüllt. Warum blieb er weiter bestehen?
Jenkner: Wir verstehen uns als Lobby für die Natur. Zwischenzeitlich haben wir zwar überlegt, den Verein in eine Stiftung umzuwandeln, aber dann wurden Pläne bekannt, zehn Hektar Wald im Naturschutzgebiet am Dreiecksweiher für die weitere Auskiesung zu opfern. Einzelne hätten das nicht verhindern können. Als Verein drohten wir mit einer langwierigen Verbandsklage, sodass diese Pläne beerdigt wurden.
Und wie sieht die Zukunft aus?
Jenkner: Zunächst feiern, wir erst einmal Geburtstag. Aber wir werden weiter wachsam bleiben. Ein Problem könnte die L 404n werden, auch wenn alle Planer bisher heilige Eide schwören, dass die Rothenbergstraße nicht ausgebaut wird. Aber wenn die L 404 vierspurig ausgebaut werden sollte, sitzen, wir wieder in den Baumkronen - selbst wenn wir vorher unsere Krücken davor abstellen müssen.
Apropos Krücken. Wie viele Mitglieder hat ihr Verein heute?
Jenkner: So groß wie einst sind wir natürlich nicht mehr. Die Mitgliederzahl hat sich auf 200 eingependelt und besteht aus Umweltschützern und Leuten fürs Grobe wie mich. Im Moment sind wir mehr Förderverein als Widerstandsgruppe. Wir haben vor acht Jahren am Elbsee für 100 000 Mark einen Beobachtungsturm aufgestellt und am Südstrand für 16000 Euro eine Seilkletteranlage. |