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Quelle:     Rheinische Post - Stadtteil-Nachrichten - 20.04.2007
 
In der Paul-Gerhardt-Kirche Unterbach stellen Katti Röttger-Hartlief, Marieie Koschmieder, Sabine Clemens, Ruth Stünkel und Ingetraut D. Stein (v.l.) ihre Bilder zu Liedern von Paul Gerhardt aus.
RP-FOTO: DIETRICH JANICKI
 

In Bildern meditieren

Künstlerinnen der Gruppe "Unart" stellen in der Unterbacher Paul-Gerhardt-Kirche ihre Werke aus. Lieder des vor 400 Jahren geborenen Theologen inspirierten sie zu den Kunstwerken.

VON R. MAIROSE-GUNDERMANN
 
UNTERBACH "Spannend, wie jeder etwas anderes herausgelesen und umgesetzt hat", stellt Katti Röttger­Hartlief fest. Auf Anregung von Pfarrer Carsten Kern, Paul-Gerhardt-Kirche Unterbach, sprach sie Künstlerkolleginnen der Gruppe "Unart" an, um in einem gemeinsamen Projekt bildnerisch über Lieder von Paul Gerhardt zu meditieren. Hintergrund ist der 400. Geburtstag des Theologen, bedeutenden Lieddichters und Namenspatrons der zur evangelischen Kirchengemeinde Erkrath zählenden Kirche.
Die Bilder werden erstmalig in der Kirche gezeigt. "Meine Arbeiten gehen von dem Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" aus", berichtet Marieie Koschmieder. Wie ihre Mitstreiterinnen hat sie sich tief in Biografie und Schaffenswerk Gerhardts eingearbeitet, dessen Lieder vor dem geschichtlichen Hintergrund des 30-jährigen Krieges (1618-1648) entstanden. Ihre Bilder tragen den Titel "Ikonen der Gewalt - Ikonen des Schmerzes". Die Bedrohung des Menschen sei heute so aktuell und allgegenwärtig wie zu Paul Gerhardts Zeiten. Im Vordergrund der Bilder ist jeweils ein großes leidendes Gesicht zu sehen, während Gewalt-Bilder aus dem Fernsehen dahinter nur noch als Muster wahrgenommen werden.
Ingeborg D. Stein hebt Gottvertrauen, Trost und - malerisch höchst eindrucksvoll - überstrahlendes Licht und Erlösungsgedanken hervor. Sie hat zur gestalterischen Umsetzung die Lieder wie "Die güldene Sonne", "Nun ruhen alle Wälder", "Befiel du deine Wege" ausgewählt. Charakteristisch in ihnen sei "die Polarität zwischen dem beschwerlichen, leidvollen menschlichen Dasein auf Erden und dem großartigen Reich Gottes".
Wie viele Menschen hat Sabine Clemens bei Paul Gerhardt zuerst an "Geh aus mein Herz und suche Freud" gedacht. In ihrem hellen, sommerlichen Bild lässt sie die Lebensfreude des Liedes spüren. Ein zentrales Motiv des Lieddichters, Wege und Wanderschaft, greift sie in "Menschen unterwegs" auf. Ein Bild, das Menschen auf der Flucht zeigt, an deren Leid im 30-jährigen Krieg wie auch im zweiten Weltkrieg erinnert.
Katti Röttger-Hartlief meditierte über die erste Strophe von "Befiel du deine Wege...". In einer Reihe kleiner Farbcollagen, die genau in einen Mauervorsprung der Kirche eingepasst werden, reflektiert sie den Inhalt des Schrifttextes. "Ich habe mich dem Werk Paul Gerhardts in abstrakter Weise genähert", beschreibt die Künstlerin die sehr feine grafische Gestaltung aus Flächen, Kreisen, Linien und Schrift.
Mit zwei Porträts möchte Ruth Stünkel der Person des Theologen und Dichters, mit dem nur wenige ein Bild verbinden, "Ansehen" verleihen. Die Ganzkörperdarstellung zeigt ihn darüber hinaus vor der St. Moritz Kirche in Mittenwalde, in der 68 seiner Lieder entstanden.
Die Ausstellung ist voraussichtlich bis September zu sehen. Die Paul-Gerhardt-Kirche, Brorstraße 7, ist immer geöffnet im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt.

Terminvereinbarung   Pfarrer Carsten Kern, Tel.: 20 11 43.

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