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Quelle:     Rheinische Post - Stadtteil-Nachrichten - 07.06.2007
 
Die CDU-Politiker Christoph Schultz, Christian Rütz und Gerwald van Leyen (von links) diskutieren an der Haltestelle "Unterbach Kirche" über die Möglichkeit eines Sammeltaxis im Stadtteil.
RP-FOTO: CHRISTOPH GOETTERT
 

Taxis statt Busse?

Nachts und am Wochenende ist Unterbach mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig oder gar nicht zu erreichen. CDU-Politiker fordern nun die Einrichtung eines Sammeltaxis. Die Nachfrage sei zu gering, sagt die Stadtverwaltung.

VON SVEN DURGUNLAR
 
UNTERBACH Es könnte so praktisch sein," Die Party in der Altstadt dauerte länger als gedacht, es ist spät, der letzte Bus längst an der Haltestelle abgefahren. Um dennoch günstig nach Unterbach zu kommen, genügt ein kurzer Anruf: Wenige Minuten später ist das Taxi da. Und fährt nach Unterbach zum normalen Rheinbahn-Fahrpreis
Rheinbahn erklärt sich bereit
Diese Szene ist bisher noch Utopie. Doch Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung 8 setzen sich dafür ein, dass dieses Konzept künftig umgesetzt wird: Sie fordern die Einrichtung eines Anruf-Sammeltaxis. "Immer wieder klagen Unterbacher Bürger über die schlechte Bus-Anbindung des Stadtteils abends und am Wochenende", sagt CDU Fraktionssprecher Christian Rütz. Der letzte Bus der Linie 735 kommt am Wochenende um 23.30 Uhr in Unterbach an, die Linie 737 eine Stunde später. Die letzte Verbindung vom Hauptbahnhof zur Haltestelle "Unterbach Kirche" an einem Mittwochabend startet um Mitternacht. Wer später mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Unterbach will, hat ein Problem.
Geht es nach der CDU in der Bezirksvertretung, könnte das Sammeltaxi künftig die Nachtschwärmer auch zu Zeiten nach Hause bringen, in denen keine Busse mehr fahren. Die Rheinbahn signalisiert für den Vorschlag bereits Zustimmung: "Sollte die Verwaltung die Einrichtung eines solchen Sammeltaxis wünschen, sind wir dafür bereit", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.
Gegenwind gibt es aus der Stadtverwaltung: In Benrath wurde im Jahr 2002 ein ähnliches Sammeltaxi bereits eingerichtet mit bestenfalls mäßigem Erfolg: Lediglich 25 Fahrten in fünf Jahren zählte die Rheinbahn bisher.
Obwohl die Stadt das Projekt mit einer Kampagne großflächig bekannt gemacht hatte, blieben die Fahrgäste aus. Einen neuen Versuch in Unterbach will die Verwaltung darum nicht starten. "Wir gehen davon aus, dass die Resonanz nicht groß genug ist," sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Wenn die Fahrgäste das Angebot nicht nutzten, lohne sich die Investition nicht. Schließlich müsste ein Taxi-Unternehmen mit dem Einsammeln der Fahrgäste beauftragt werden.
Entscheidend für die Absage sei aber nicht der Kostenfaktor, sondern die mangelnde Nachfrage. "Die Kosten für das Sammeltaxi würden sich im Rahmen halten", so Blome. Die Einrichtung des Sammeltaxis zur Paulsmühle in Benrath kostete damals 15 000 Euro. Die Betriebskosten seien dagegen verschwindend gering.
Die CDU will das Thema in der Bezirksvertretung bei den Anträgen zum Haushalt 2008 erneut zur Sprache bringen.
INFO
Anruf-Sammeltaxi
Regeln Das Taxi muss etwa 30 Minuten vor gewünschtem Fahrtantritt telefonisch bestellt werden und nimmt die Fahrgäste dann an einer Haltestelle auf.
Sinn Das Ziel ist, möglichst viele Fahrgäste gleichzeitig von einem Ort aus zu befördern. Das Sammeltaxi fährt nur in den Zeiten, in denen Busse und Bahnen nicht verkehren.
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