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Quelle:     Rheinische Post - Düsseldorf - 07.07.2007
 
Experten der Polizei untersuchten gestern den ausgebrannten Audi A 2 und die Schäden an den benachbarten Fahrzeugen. Die private Tiefgarage ist vorerst nicht benutzbar.
RP-FOTO: THOMAS BUSSKAMP
 

"Lebensgefährliche Schlamperei"

Weil die Brandschutztüren einer Unterbacher Tiefgarage offen standen, drang nach einem Pkw-Brand giftiger Rauch in die Treppenhäuser. Die Feuerwehr brach mehrere Wohnungen auf, evakuierte 50 Bewohner. Ein Mann erlitt einen Herzinfarkt.

VON STEFANI GEILHAUSEN
 
Die Aufregung war für einen 62-jährigen Unterbacher zuviel: Als giftiger Qualm durch die Wohnanlage am Wittenbruchplatz zog, Feuerwehrmänner mit Atemmasken an die Türen hämmerten, brach der Mann vor den Augen der Helfer bewusstlos zusammen. Sein Glück: Der Rettungsdienst konnte ihn sofort wiederbeleben. Inzwischen erholt sich der Mann auf der Intensivstation von dem Herzinfarkt.
Auch drei Nachbarn des 62-Jährigen mussten vom Notarzt behandelt werden: Sie hatten giftigen Rauch eingeatmet, der aus der Tiefgarage in die Treppenhäuser eingedrungen war. "Fast alle Brandschutztüren der Garage standen offen, wurden teilweise sogar mit Keilen aufgehalten", schimpfte ein Feuerwehrmann. "Das ist eine lebensgefäprliche Schlamperei."
"Bei geschlossenen Schutztüren wäre die Evakuierung gar nicht nötig gewesen"
Gegen 23.30 Uhr war in der Tiefgarage, die von drei Wohnhäusern mit insgesamt 32 Wohnungen zugänglich ist. ein Audi A2 in Brand geraten. Das Feuer griff auf zwei weitere AUtOS über, in Sekundenschnelle breitete sich der giftige Qualm in der verschachtelt an einen Hang gebauten Garage aus, quoll durch Lichtschächte und das Tor nach draußen und kroch an den Hausfassaden hoch. Durch einige geöffnete Fenster drang der Qualm in Wohnungen ein - die eines jungen Ehepaares wurde dadurch vorerst unbenutzbar.
' Doch auch in den Treppenhäusern der Wohnhäuser breitete sich der Rauch rasch aus. Die Feuerwehr musste die komplette Anlage absuchen, holte 50 Hausbewohner ins Freie. In fünf Wohnungen reagierte niemand auf das Klopfen, dort wurden die Türen aufgebrochen, die überraschten, Bewohner von der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen. "Das wäre nicht nötig gewesen, wenn die Stahltüren ordnungsgemäß geschlossen gewesen wären. Dann hätten alle in ihren Wohnungen bleiben können und wir hätten nur den Brand gelöscht," so der Feuerwehrmann.
Das Feuer selbst war nach 45 Minuten unter Kontrolle - wegen der Evakuierung der Menschen aus dem unübersichtlichen Gebäude aber war der Einsatz von 80 Feuerwehrleuten nötig. Nachdem alle Wohnungen kontrolliert waren, konnten bis auf ein Ehepaar alle Hausbewohner, gegen 1 Uhr nach Hause. "Die werden die Brandschutztüren sicher nicht mehr vergessen", hofft die Feuerwehr.
Der Rauch, der auch in den Treppenhäusern erhebliche Spuren hinterließ, hat den Sachschaden enorm erhöht: Nach Angaben der Feuerwehr sind umfangreiche Renovierungen nötig, auch weil die Installationen in der Tiefgarage durch die große Hitze zerstört wurden. Den Gesamtschaden schätzen die Experten auf mindestens 200 000 Euro. Die eigentliche Brandursache soll nun die Kripo klären, die noch in der Nacht die Ermittlungen aufnahm.
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