| Ein klangvolles "Ooooaaaa" erfüllt den Proberaum der Paul-GerhardtKirche. Es handelt sich aber nicht um einen Geburtshilfekurs, sondern um den Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde Unterbach.
Die 20 Männer und Frauen wärmen ihre Stimmbänder für ihre wÖchentliche Probe auf. Jeden Mittwochabend treffen sie sich dazu im Gemeindehaus an der Brorsstraße. Seit 14 Jahren gibt es den Chor schon. Vor vier Jahren hat Gründerin Anette Wagner die Leitung ihrem Nachfolger Rainer Grass übergeben.
Gesungen werden Lieder aus vielen Sparten. Traditionelles wie "Amazing Grace", afro-amerikanische Lieder aus. der Sklavenzeit und modernen Gospel mit Einflüssen von Reggae, Jazz und Funk. "Wir möchten nicht stur festgelegt sein und machen Arrangements verschiedener Art", betont Grass, der hauptberuflich Kirchenmusiker in Mülheim ist. "Das ist eine ganz muntere Angelegenheit bei uns." die Arbeit mit dem Gospelchor ist für ihn eine besondere Freude. "Es ist ein freundschaftlicher Kreis und viele sind seit langer Zeit ein fester Bestand." Einige Chormitglieder sind von Beginn an dabei.
Mit seinen regelmäßigen Auftritten in der Unterbacher Kirche bereichert der Chor die Gottesdienste. Das Talent der Hobbysänger bringt ihnen weitere Auftritte wie beim jährlichen Weihnachtsmarkt der benachbarten Wicherngrundschule ein. "Wir werden auch gerne für Trauungen gebucht", weiß der Chorleiter. In solchen Fällen gibt es für die Musiker ein Honorar.
Eigene Konzerte geben sie ebenfalls, wie im Mai bei der diesjährigen Neanderland Biennale.
Renate Henning singt bereits seit 13 Jahren mit. "Ich habe mich von Anfang an gut aufgenommen gefühlt und die Gemeinschaft
gefällt mir sehr gut", sagt sie. Doch dies ist nicht der einzige Grund für ihre Wahl. "Ich habe mir auch andere Chöre angeguckt, aber Gospel ist einfach etwas Flottes mit Bewegung anstatt nur stillzustehen." Über weiteren Zuwachs
würde sich der Unterbacher Gospelchor sehr freuen. Mit Flyern und Anzeigen, sucht er intensiv nach neuen Mitgliedern. Besonders die einzigen zwei Männer im Chor brauchen dringend Verstärkung. Ein unangenehmes Vorsingen hat keiner zu befürchten. |