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Quelle:     Rheinische Post - Stadtteile - 30.10.2007
 
Die Schüler der vierten Klasse der Carl-Sonnenschein-Schule präsentierten ein Geschichtsbuch für Kinder, das sie selbst erarbeitet hatten.
RP-FOTO: HANS-JÜRGEN BAUER
 

Kinder erzählen Kindern Geschichte

VON DANIEL SORKAU
 
UNTERBACH Kinder finden Geschichtsbücher langweilig? Keineswegs, die Schüler der Klasse 4 der Carl-Sonnenschein-Schule verneinen diese Frage. Denn sie haben innerhalb von zwei Monaten ein Geschichtsbuch für Kinder über Unterbach geschrieben. Das Ergebnis der Arbeit ist 31 Seiten dick und beinhaltet so Manches über das Dorf mit dem Esel im Wappen, was selbst Erwachsene nicht Wissen.
Vier Ausflüge in die Umgebung waren nötig, um genügend Wissen für das Geschichtsbuch zu sammeln. Unter anderem ging es zum Haus Unterbach, einer alten Wasserburg, sowie über die Grenzen des Dorfs hinaus in das Eller Rathaus. Am Haus Unterbach entdeckten die Kinder sogar einige Scherben aus längst vergangenen Tagen. Die Archäologen Gabi und Peter Schulenberg halfen beim Identifizieren der Fundstücke. Einige sind, mehrere 100 Jahre alt und zeugen von langer Siedlungsgeschichte.
Geschichtswerkstatt half
"Natürlich hat es uns gefallen, dass Deutsch manchmal ausgefallen ist", sagte der neunjährige Johannes. Ganz so locker war das Projekt für die Schüler allerdings nicht. "Wir haben die Arbeit bewertet", erklärte Schulleiterin Brigitte Rost.
Unterstützt wurden die Schüler nicht nur von den beiden Archäologen, sondern auch von der Geschichtswerkstatt. Zwei Mitarbeiter gingen mit den Kindern auf Exkursion und halfen bei Texten und Zeichnungen. Auch in anderen Stadtteilen entstanden ähnliche Geschichtsbücher. "Ziel ist ein dickes Buch über Düsseldorf. Allerdings aus Sicht der Kinder", berichtete Thomas Bernhardt von der Geschichtswerkstatt. Finanzielle Unterstützung leistete die Bürgerstiftung.
Gelernt haben die Kinder auch, warum der Esel im Unterbacher Wappen zu sehen ist. "Die Esel haben früher Sand in die Altstadt gebracht", wusste die zehnjährige Eva Maria. Die Menschen nutzten den Meersand, der sich in Unterbach in Urzeiten in großen Mengen angesammelt hat, als Scheuermittel für Holzfußböden. "Pferde waren zu teuer und die Leute waren hier nicht gerade reich", ergänzte die gleichaltrige Klassenkameradin Ann-Christin.
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